Power-Face Holzknieschleifer ist Testsieger bei MOTORRAD NEWS

Krampfhaft versuchen, mit dem Knie den Boden zu berühren? So wird das nichts. Am besten, man zieht einfach seine Kreise auf dem Rundkurs. So wie einst Kenny Roberts und Co. – die Jungs fuhren in den 70er Jahren irgendwann so schräg, dass sie sich Klebeband und alte Visiere ans Knie pappen mussten.

Heute schleift jeder Rennfahrer mit dem Knie. Wieso? Ganz einfach, beim Hanging Off passiert es von ganz alleine. Denn um die benötigte Schräglage zu reduzieren, maximalen Grip zu bekommen und früh ans Gas gehen zu können, muss das Fahrergewicht extrem nach innen verlagert werden. Der Bodenkontakt des Knies ist dann nur noch Formsache. So bekommt man ein besseres Gefühl für die Schräglage. Profis können gelegentlich sogar Stürze verhindern, indem sie das rutschende Bike mit dem Knie wieder hochdrücken. Und auf der Straße? Da hat die Kratzerei ehrlicherweise nichts zu suchen. Sie macht aber vielen Aufzündern tierisch Laune – nun, die meisten von uns gelten laut Pass ja als volljährig.

Was für Klötze brauche ich denn nun? Wer seine Schleifgewohnheiten kennt, ist klar im Vorteil. Dann weiß man bereits, wo genau der Knieschleifer positioniert werden muss, damit das Leder nicht abgewetzt wird. Und ob der Klotz eher langlebig oder einfach nur günstig sein muss, weil er eh kaum zum Einsatz kommt. Oder ob es laut oder leise knistern, weich oder hart zur Sache gehen soll. Manche Piloten krat zen ständig und mit viel Kraft – in der MotoGP soll es Fahrer geben, die bis zu 100 Schleifer-Paare pro Saison durchnudeln. Manche tasten sich dagegen auch bei Lichtgeschwindigkeit nur ganz sanft durch die Kurve. Wegen der vielen verschiedenen Fahrstile sind die Ergebnisse unserer Schleiforgie nur eine Momentaufnahme, aber zumindest untereinander vergleichbar.

Anfänger haben es bei der Suche nach dem richtigen Material schwerer. Sie sollten zu Schleifpads mit großer Fläche greifen, die zudem ausreichend dick sind – so berührt man den Boden früher, das Positionieren auf dem Klett ist einfacher.

Neben unserem Kauftipp, dem vorzüglichen Holzklotz von Powerface, sind beispielsweise auch die Schleifer von Held, Arlen Ness oder die Alpinestars GP ziemlich dicke, widerstandsfähige Dinger. Und in vielen Fällen haben Schleif-Einsteiger noch die Original-Klötze an der Kombi. Wenn die nicht zu mickrig sind, sollten sie erstmal runtergerubbelt werden. Von Hostettler haben wir übrigens gleich drei Schleifer getestet. Wir wollten wissen, ob die drei Varianten der Slider-Familie von IXS tatsächlich unterschiedliche Eigenschaften mitbringen oder ob wir hier einem Marketing-Gag aufsitzen. Gerne hätten wir auch eine Variante mit Keramik-Anteil getestet. Leider hat Hersteller Daytona den Verkauf eingestellt, an Porzellan fürs Knie war also nicht dranzukommen. Aber in unserem Testfeld gibt es ja genug Alternativen. Und auf die Sache mit dem Holz, da hätten auch Freddie Spencer und Kenny Roberts schon damals drauf kommen können.

Den gesamten Test von MOTORRAD-NEWS können Sie hier herunterladen.